Public Day: Community rund um Kabel und Stecker

Von der Theorie raus in die Praxis: Der zweite Tag des CharIN-Testivals war prall gefüllt mit Veranstaltungen, Führungen, Diskussionen und ganz viel Technik. Während es an und auf den Testständen Ernst wurde, kamen die Praktiker in einer Vortragsreihe im All Electric Society Park zu Wort. Der Public Day ist gedacht als Brücke zwischen technischer Entwicklung, praktischer Anwendung und gesellschaftlichem Dialog. Et voila … so lief er dann auch.

Das Testgelände im All Electric Society Park in Blomberg
Michael Keller, CTO der CharIN

Petrus gab sich schon mal alle Mühe, um die bunte Schar der Experten aus aller Welt zu verwöhnen – der Spätsommer zeigte sich in Ostwestfalen von seiner besten Seite. Kein Wunder, dass sich Michael Keller, CTO der CharIn, davon anstecken ließ und die zahlreichen Experten, Gäste und Journalisten pünktlich um 9 Uhr bestens gelaunt begrüßte. Während die Techniker und Ingenieure schon fleißig werkelten, wartete auf alle Anwesenden ohne Schraubenschlüssel oder Messgerät eine Schatzkiste an Themen und Führungen auf Teilnahme.

Sicher an der Säule

Schnell wurde den Teilnehmenden der Vortragsreihe klar: Die Zukunft der Elektromobilität und der Energieversorgung hängt längst nicht mehr allein vom Ausbau der Ladeinfrastruktur ab. Vielmehr entsteht derzeit ein umfassendes, vernetztes Ökosystem, in dem Stromerzeugung, Energiespeicher, Stromnetze, Ladeinfrastruktur und intelligente Energiemanagementsysteme eng zusammenwirken müssen. Eine wichtige Komponente dabei ist die Sicherheit der vernetzten Datenflüsse. Ohne Cybersecurity, so wurde schnell klar, kann die Energie- und Mobilitätswende nicht realisiert werden.

2 Atome – 1 Molekül = Werkzeug der Energiewende

Die Vorträge fanden im Foyer des Parkpavillons statt

Der Erfolg der Energiewende hängt davon ab, wie effizient unterschiedliche Technologien miteinander verbunden werden. Thomas Oesselke ist einer der Experten unter anderem für das Thema Wasserstoff bei Phoenix Contact. Wie das flüchtige Element helfen kann, neben einer antreibenden Komponente in Motoren auch dem Thema der Netzstabilität zum Erfolg zu verhelfen, führte der Fachmann in seinem Vortrag aus. Die möglichst nahtlose Integration verschiedener Technologien und Speicherlösungen ist das Ziel der Anstrengungen.

Wenn dem Wind die Puste ausgeht

Sektorenkopplung live erleben im All Electric Society Park

Ein wiederkehrendes Thema der Veranstaltung war die Erkenntnis, dass Innovation allein nicht ausreicht. Moderne Technologien bilden zwar die Grundlage für die Energiewende, doch für eine breite Marktdurchdringung sind zusätzliche Voraussetzungen notwendig. Standards, Interoperabilität und Lösungen, die die Implementierung vereinfachen, werden als entscheidende Erfolgsfaktoren angesehen. Dem Thema der kurz- und mittelfristigen Speicherfähigkeit kommt dabei eine immer wichtigere Rolle zu, gerade im Bereich der Elektromobilität. Ohne Batteriespeichersysteme sind dem volatilen Treiben von Wind und Sonne keine netzdienlichen Manieren beizubringen.

CharIN: Netzwerken mit Kabel und Kommunikation

Gleich gemacht

Letztlich geht es darum, komplexe Prozesse einfacher zu gestalten. Daher standen nicht nur Ladeinfrastruktur und Elektronik im Fokus, sondern auch intelligente Energiemanagementsysteme sowie praktische Herausforderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Phoenix Contact ist dabei nicht nur Hersteller von Komponenten, sondern nutzt die eigenen Technologien auch selber, wie Tobias Lüke am Gebäude der All Electric Society Factory aufzeigen konnte. Hier ist nicht nur der firmeneigene Werkzeugbau untergebracht, sondern auch ein funktionierendes Gleichstromnetz. Viele Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, gleich im Anschluss des Vortrags das innovative Fertigungsgebäude auch live zu besichtigen.

Ronald Heinze, Chefredakteur VDE Verlag

Wie sich Leistungselektronik einsetzen lässt, um noch fehlende Netzanschlussleistungen zu kompensieren, oder wie clevere Energiemanagementsysteme die Infrastruktur stützen waren ebenso Themen wie das ungeahnt spannende Thema der Ladekabeldiebe, die nicht nur materiellen Schaden anrichten, sondern auch die Glaubwürdigkeit einer zuverlässigen Elektromobilität erschüttern können.

Fazit

Am Ende des zweiten Tages fasste Ronald Heinze, Chefredakteur im VDE-Verlag und langjähriger Experte rund um die Themen der Elektrotechnik und Automatisierung treffend zusammen: „Der Tag war extrem interessant und vor allem sehr vielseitig. Spannend war, dass nahezu alle Aspekte der Integration der Elektromobilität in das große Bild der Energiewende behandelt wurden. Für mich ist dieses Testival der CharIN daher eine ganz besondere und einzigartige Veranstaltung.“

Prototypen wie der Mercedes AMG sind die Highlights für Ingenieure und Besucher der CharIN Testivals
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