Modu­le fürs Abwas­ser

Bak­te­ri­en lie­ben fri­schen Sauer­stoff. Vor allem, wenn sie Schwerst­ar­beit in der Abwas­ser­auf­be­rei­tung zu ­ver­rich­ten haben. Air Liqui­de ent­wi­ckelt Anla­gen, die den ­win­zi­gen Mit­ar­bei­tern das Leben leich­ter machen sol­len.


Lah­cen Damou und Ulrich Butz

Wer Abwas­ser auf­be­rei­ten will, muss reich­lich Know­how haben, sowohl von den Maschi­nen als auch den Pro­zes­sen in den Anla­gen, in denen das Was­ser gebraucht wird. Denn das Abwas­ser soll frei von Rück­stän­den sein, wenn es wie­der in den nor­ma­len Was­ser­kreis­lauf zurück­ge­führt wird. Neben der mecha­ni­schen Rei­ni­gung durch Sie­be und der phy­si­ka­lisch-che­mi­schen durch Aus­fäl­lung gibt es zudem eine bio­lo­gi­sche Kom­po­nen­te bei der Auf­be­rei­tung. Eine zen­tra­le Rol­le beim Abbau von Schad- und Schmutz­stof­fen spie­len win­zi­ge Bak­te­ri­en, die sich in den gro­ßen Abwas­ser­tanks über ansons­ten Unge­nieß­ba­res her­ma­chen.

Bak­te­ri­en­well­ness

Air Liqui­de ist ein glo­bal agie­ren­der Kon­zern, der unter ande­rem mit flüs­si­gen Gasen, haupt­säch­lich Stick­stoff und Sauer­stoff, umgeht. Die trifft man fast über­all an, vor allem aber rund um gro­ße Che­mie­parks. Zum einen die­nen sie als Grund­la­ge in der Pro­duk­ti­on. Doch Air ­Liqui­de betreut sei­ne Kun­den auch, wenn es um die Behand­lung anfal­len­der Abfall­pro­duk­te geht.

Ulrich Butz

Ulrich Butz ist einer der Exper­ten, wenn es um die Auf­be­rei­tung von ver­schmutz­tem Was­ser geht. Der Maschi­nen­bau­in­ge­nieur gehört zu einem welt­weit täti­gen Team, die ihre Kun­den mit inno­va­ti­ven Ver­fah­ren und eige­nen Maschi­nen unter­stüt­zen. „Ein zen­tra­les Ele­ment unse­rer Tätig­keit ist es, den Bak­te­ri­en in den Abwas­ser­tanks den nöti­gen Sauer­stoff in aus­rei­chen­der Kon­zen­tra­ti­on zuzu­füh­ren.“ Denn geht den klei­nen Hel­fern die Pus­te aus, droht im schlimms­ten Fall sogar ein Anla­gen­still­stand, da das Abwas­ser nicht ent­sorgt wer­den kann. „Dabei muss neben dem Sauer­stoff­ge­halt und der Tem­pe­ra­tur im Abwas­ser­be­cken auch die ver­sor­gen­de Pum­pe des Injek­tors über­wacht wer­den.“

Unse­re Kun­den kom­men vor allem aus der che­mi­schen und petro­che­mi­schen Indus­trie. Wir betreu­en aber auch kom­mu­na­le Klär­an­la­gen“, beschreibt Butz sei­nen Kun­den­kreis. Die Anla­gen kön­nen dabei enor­me Dimen­sio­nen ein­neh­men: „Eines der größ­ten aktu­el­len Pro­jek­te ist ein Che­mie­park im nie­der­län­di­schen Stein, wo wir drei gro­ße Abwas­ser­be­cken mit je 114 Metern Durch­mes­ser mit unse­ren Sys­te­men bestückt haben.“ In jedem Becken sor­gen fünf Injek­to­ren für bak­te­ri­en­ge­rech­te Sauer­stoff­ver­hält­nis­se – ins­ge­samt 15 modu­lar auf­ge­bau­te Anla­gen sind auf die drei rie­si­gen Tanks ver­teilt.

Hand­fes­te Modu­la­ri­tät

Jeder unse­rer Injek­to­ren hat einen eige­nen Schalt­schrank. Die Modu­la­ri­tät ist bei die­sen gro­ßen Anla­gen extrem wich­tig. In jedem der 15 Modu­le ver­ar­bei­tet eine Steue­rung von Phoe­nix Con­tact die anfal­len­den Daten der ver­schie­de­nen Sen­so­ren und sen­det sie an das zen­tra­le Leit­sys­tem wei­ter.“ Was frü­her mit kom­pak­ten Pro­zess­reg­lern und tau­sen­den Relais bewäl­tigt wur­de, ver­ar­bei­tet jetzt eine ein­zel­ne SPS-Steue­rung pro Modul. Muss bei einem Tank, etwa wegen War­tungs­ar­bei­ten, der Füll­stand ver­rin­gert wer­den, dann kön­nen ein­zel­ne Modu­le ein­fach abge­schal­tet wer­den, ohne dass die Gesamt­an­la­ge dadurch beein­träch­tigt wird.

Lah­cen Damou, betreu­en­der Indus­trie­ma­na­ger von Phoe­nix Con­tact, ergänzt: „Die Pro­zes­se wer­den nicht nur durch weni­ger Bau­tei­le ver­schlankt und siche­rer gemacht. Zusätz­lich ste­hen jetzt deut­lich mehr Daten zur Ver­fü­gung, die etwa für War­tungs­plä­ne genutzt wer­den kön­nen.“ Und auch dem The­ma des Fern­zu­griffs per Remo­te Steue­rung kann Ulrich Butz nur Posi­ti­ves abge­win­nen: „Die Anla­gen haben wir nur durch eine ganz inten­si­ve Zusam­men­ar­beit mit Phoe­nix Con­tact über­haupt ans Leit­sys­tem des Che­mie­parks anschlie­ßen kön­nen. Das hät­te vor Ort etli­che Mann-Tage gekos­tet und war so über­haupt kein Pro­blem.“

Von wegen kon­ser­va­tiv!

Kei­ne Berüh­rungs­ängs­te beim Umgang mit Modu­la­ri­tät, SPS-Tech­no­lo­gie und Remo­te Con­trol? Ulrich Butz schmun­zelt: „In der Che­mie­in­dus­trie steht die Sicher­heit an ers­ter Stel­le. Da sind wir natür­lich eher kon­ser­va­tiv. Aber die Welt dreht sich ja auch bei uns wei­ter. Und mit den neu­en tech­no­lo­gi­schen Mög­lich­kei­ten erhöht sich der Ser­vice, und der Anla­gen­be­trieb wird deut­lich wirt­schaft­li­cher. Grund­la­ge unse­rer Inno­va­ti­ons­freu­de ist aller­dings das Ver­trau­en in unse­re Zulie­fe­rer, wie hier Phoe­nix Con­tact. Und da hat die offe­ne und lösungs­ori­en­tier­te Zusam­men­ar­beit auch auf dem klei­nen Dienst­weg bes­tens geklappt.“ (lo)

Airliquide.de

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