Das Gesicht von Blomberg

Eck­hard Schul­ze-Fie­litz gilt heu­te als wich­tigs­ter Prot­ago­nist der Stil­rich­tung des deut­schen Struk­tu­ra­lis­mus. 1955 grün­de­te der frisch diplo­mier­te Archi­tekt eine drei­köp­fi­ge Büro­ge­mein­schaft in Essen und mach­te die Bekannt­schaft eines Unter­neh­mers, mit dem zusam­men er das Gesicht des ost­west­fä­li­schen Blom­berg in den nächs­ten Jahr­zehn­ten wesent­lich prä­gen sollte. 

Ein Foto aus dem Jahr 1978

Josef Eisert hieß die­ser Mann. Der hat­te nicht nur das Büro in der Nach­bar­schaft, son­dern auch eine klei­ne Fima für elek­tri­sche Ver­bin­dungs­klem­men in der Pro­vinz. Und die hat­te rasch wach­sen­den Bedarf an Raum. Da Josef Eisert nicht nur ein begab­ter Inge­nieur, son­dern auch Archi­tek­tur-inter­es­siert war, ent­wi­ckel­ten der Archi­tekt und der Inge­nieur gemein­sam das noch heu­te prä­gen­de Erschei­nungs­bild des Blom­ber­ger Stand­orts am Flachsmarkt. 

Klaus Eisert erin­nert sich noch gut an die Anfän­ge der Blom­ber­ger Bau­tä­tig­keit: “Nach ers­ten Erfah­run­gen mit frem­den Hand­wer­kern hat­ten wir sogar einen eige­nen Bau­trupp mit fünf Mau­rern und Bau­hand­wer­kern gehabt. Mit eige­nem Beton­mi­scher, eige­nem Kran und sogar einer Hano­mag Rau­pe. Die Boden­plat­te der hin­te­ren Hälf­te von Hal­le 1 haben wir sel­ber gegos­sen. Schnell folg­ten noch wei­te­re Gebäude.” 

Das Büro von Schul­ze-Fie­litz errich­te­te ab 1956 und bis in die 80er Jah­re nicht nur zahl­rei­che Werks­ge­bäu­de, son­dern auch das nach wie vor domi­nan­te Ver­wal­tungs­ge­bäu­de, das die Sky­line der Nel­ken­stadt seit­her mit­prägt. Eck­hard Schul­ze-Fie­litz starb am 1. Sep­tem­ber 2021 im Alter von 91 Jah­ren in Bregenz. 

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