Amsterdam mobil 3

Es geht wei­ter auf der Tour mobil durch die hol­län­di­sche Metro­po­le. Ein Tag, mög­lichst vie­le Ver­kehrts­mit­tel – das ist die Her­aus­for­de­rung. Und Ams­ter­dam hat etli­che Mög­lich­kei­ten, sich fort­zu­be­we­gen. In die­ser Fol­ge dreht sich alles ums Was­ser. Und manch­mal sogar oben­drü­ber …

Die Sin­gel­grachts­brug ist eine typi­sche Hol­län­der­brü­cke

Es geht wei­ter Rich­tung Innen­stadt. Links ein Kanal, rechts Wohn­häu­ser – typisch Ams­ter­dam. Übri­gens liegt Ams­ter­dam am Ijs­sel­meer, im Mün­dungs­ge­biet des nur 31 Kilo­me­ter lan­gen Flüss­chens Ams­tel und des Ij, eines alten Mee­res­arms der Zuider­zee, die hier direkt hin­ter­ein­an­der in das besag­te Ijs­sel­meer mün­den. Der Was­ser­spie­gel der Grach­ten liegt etwa 40 Zen­ti­me­ter unter dem Mee­res­spie­gel der Nord­see.
Das Gewäs­ser zu unse­rer Lin­ken heißt Wes­ter­ka­naal und ist eine Erwei­te­rung der Sin­gel­gracht. Die bil­de­te um 1660 noch die Stadt­gren­ze.

Die Singelgrachtbrug

Die Hebe­brü­cke vor­aus heißt fol­ge­rich­tig Sin­gel­gracht­brug und ist eine Kom­bi­na­ti­on aus drei Eisen­bahn­brü­cken. Die Bau­art mit ihrem hoch­ge­la­ger­tem Gegen­ge­wicht ist typisch und schon seit Jahr­hun­der­ten bekannt. Schon van Gogh mal­te Impres­sio­nen die­ser “Hol­län­der­brü­cken”.

Die Mage­re­brug ist eine der letz­ten höl­zer­nen Hol­län­der­brü­cken. Sie wur­de 1691 gebaut

Kanä­le und Grach­ten sind hier nicht nur all­ge­gen­wär­tig, son­dern nach wie vor akti­ve Wege der Fort­be­we­gung. Rund 200 von ihnen sind ring­för­mig um die alte Innen­stadt ange­legt. Über oder unter denen der rest­li­che Ver­kehr pas­sie­ren muss. So wie hier eine viel­glei­si­ge Bahn­tras­se. Das Unge­wöhn­li­che dar­an ist, dass vie­le Brü­cken per Klapp- oder Schwenk­me­cha­nis­mus beweg­lich sind. Gro­ßer Vor­teil: Da lan­ge Auf­fahr­ram­pen ent­fal­len, fügen sich die Bau­wer­ke platz­spa­rend ins Stadt­bild. Es gibt in Ams­ter­dam mehr als drei­mal so vie­le Brü­cken wie in Vene­dig.

Nach­teil für alle, die nicht mit Was­ser unterm Kiel unter­wegs sind: Sie müs­sen bei Bedarf war­ten. Span­nend ist die Signal­füh­rung der so unter­schied­li­chen Vehi­kel, um die Ver­kehrs­strö­me zu koor­di­nie­ren und sich mög­lichst wenig gegen­sei­tig zu beschrän­ken.
Daten­trans­fer, Strom­ver­sor­gung, Leit­zen­tra­len, Schalt­schrän­ke – ein wei­tes Feld.

Autofahrers Schmerz ist Parken

Mischa wird unru­hig. „Komm schnell, sonst gibt es einen Straf­zet­tel.“ Par­ken ist das gro­ße Lei­den eines jeden Auto­fah­rers in Ams­ter­dam. Und teu­er: Selbst der weni­ge Minu­ten dau­ern­de Foto­stopp könn­te schnell 100 Euro Stra­fe kos­ten, obwohl wir auf einem regu­lä­ren Park­platz ste­hen. Der aber nur für Anwoh­ner reser­viert ist. Also schnell zurück zum Auto.

Das Par­ken ist einer der größ­ten “Anrei­ze”, um im inner­städ­ti­schen Ver­kehr auf öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel zurück­zu­grei­fen. Die “Schmer­zen” von Straf- oder Abschlepp­ge­büh­ren sind auch in Ams­ter­dam so stark, dass Orts­kun­di­ge es in der Regel ver­mei­den, mit dem Pkw die Innen­stadt auf­zu­su­chen. Ein Phä­no­men, das in nahe­zu jeder Groß­stadt welt­weit zu betrach­ten ist und ein ech­ter Trei­ber, wenn es um alter­na­ti­ve Ver­kehrs­kon­zep­te in Zei­ten der welt­wei­ten Urba­ni­sie­rung geht.

Ams­ter­dam hat beschlos­sen, ab 2019 die Zahl der Anwoh­ner­park­be­rech­ti­gun­gen jähr­lich um 1500 zu redu­zie­ren. Bis 2025 ver­schwin­den so rund 11.200 Park­plät­ze, die durch brei­te­re Rad- oder Geh­we­ge oder Begrü­nung ersetzt wer­den.

Bier aus der Gracht

Für uns geht es dies­mal aber trotz­dem im Auto wei­ter Rich­tung Zen­trum. Wo wir dann aller­dings kon­se­quen­ter­wei­se das Park­haus ansteu­ern.  Immer­hin an einem geschichts­träch­ti­gen Ort, denn wir stel­len den Pkw im Park­haus am Hei­ne­ken­plein ab, in direk­ter Nach­bar­schaft zur alten Zen­tra­le der Bier­brau­kunst in Ams­ter­dam. 1864 wur­de hier die Braue­rei Hei­ne­ken gegrün­det.

Anlie­fe­rung elek­trisch

Bier ist für die Stadt­ge­schich­te Ams­ter­dams wich­tig, schon 1323 erhielt die noch jun­ge Stadt das Import­mo­no­pol für Bier aus Ham­burg. Damals wur­de dazu übri­gens noch das Grach­ten­was­ser benutzt. Das änder­te sich mit dem rasan­ten Wachs­tum Ams­ter­dams aber sehr schnell …
Die Hei­ne­ken-Braue­rei ist mitt­ler­wei­le die zweit­größ­te Braue­rei welt­weit, die Keim­zel­le am Hei­ne­ken­plein schloss aller­dings 1988 die akti­ve Bier­pro­duk­ti­on.
Phoe­nix Con­tact stellt zwar kein Bier her, arbei­tet ganz aktu­ell aber mit Mikro-Braue­rei­en zusam­men, die sich der Steue­rungs­tech­no­lo­gie PLCnext bedie­nen

Facts Parken

Öffent­li­che Park­plät­ze Ams­ter­dam: 432.000
davon in Parkhäusern/Tiefgaragen: 167.000
Anwoh­ner­park­plät­ze: 133.000
Anteil Lie­fer­ver­kehr am Ver­kehrs­auf­kom­men: 10 bis 15 %
Import­mo­no­pol für Ham­bur­ger Bier: 1323

Lösungsbeispiele

Funk­tio­na­le Sicher­heit in Signal­an­la­gen
Beweg­li­che Brü­cken
Red­un­danz­kon­zep­te für Brü­cken
Schif­fahrts­wei­chen
Eras­mus­brü­cke Rot­ter­dam