Die Mobil-Macher

Inter­view mit Micha­el Hei­ne­mann und Ralf Döh­re, den bei­den Geschäfts­füh­rern der Phoe­nix Con­tact E-Mobi­li­ty.

Micha­el Hei­ne­mann ist CEO, Ralf Döh­re ist COO – bei­de füh­ren das inno­va­ti­ve Toch­ter­un­ter­neh­men gemein­sam. Wie das klappt, wel­che Her­aus­for­de­run­gen noch vor ihnen lie­gen und ob bei­de schon elek­tro­mo­bil unter­wegs sind, ver­ra­ten sie hier …

Ralf Döh­re und Micha­el Hei­ne­mann im Inter­view

UPDATE: Herr Döh­re, Herr Hei­ne­mann, seit Anfang 2019 lei­ten Sie als Dop­pel­spit­ze die Phoe­nix Con­tact E-Mobi­li­ty GmbH. Was ist ihr jewei­li­ger beruf­li­cher Hin­ter­grund?

Ralf Döh­re

Ralf Döh­re: Seit 2007 bin ich in der Phoe­nix Con­tact-Grup­pe tätig. Zunächst in Posi­tio­nen rund um das The­ma inter­na­tio­na­le Pro­duk­tio­nen. Seit der Grün­dung der E-Mobi­li­ty GmbH im Jahr 2013 bin ich in Schie­der tätig. Von Beginn an ver­ant­wor­te ich die Berei­che Pro­duk­ti­on, Ein­kauf und Indus­tri­al Engi­nee­ring. Seit dem GF-Wech­sel, zu Beginn des Jah­res 2019, nun zusätz­lich die für mich neu­en Berei­che Qua­li­tät und Labor. Eine logi­sche und idea­le Ergän­zung zu dem, was ich in der Ver­gan­gen­heit schon getan habe.

Micha­el Hei­ne­mann

Micha­el Hei­ne­mann: Ich bin schon fast 27 Jah­re in der Phoe­nix Con­tact-Unter­neh­mens­grup­pe tätig. Die letz­ten 20 Jah­re habe ich mich um das The­ma Strom­ver­sor­gung, zuletzt als Geschäfts­füh­rer der Phoe­nix Con­tact Power Sup­plies in Pader­born geküm­mert. Ich hat­te schon immer eine sehr star­ke Mar­ke­ting- und Pro­dukt­ori­en­tie­rung. So konn­te ich bei den Strom­ver­sor­gun­gen aus diver­sen, wenig zuein­an­der pas­sen­den Ein­zel­pro­duk­ten ein stim­mi­ges Pro­dukt­port­fo­lio ent­wi­ckeln und Pro­dukt­fa­mi­li­en auf­bau­en. Bei der E-Mobi­li­ty GmbH bin ich nun seit Anfang des Jah­res für den Ver­trieb und das Mar­ke­ting zustän­dig und lei­te die Ent­wick­lungs­ab­tei­lung. Durch mei­ne elek­tro­tech­ni­schen Kennt­nis­se, vor allem im Bereich Ener­gie­tech­nik und Strom­ver­sor­gung, habe ich einen guten Hin­ter­grund für die­se Auf­ga­ben. Ralf Döh­re und ich ergän­zen uns super und ergän­zen auch unse­re Teams mit und um unse­re Fähig­kei­ten. Jetzt wol­len wir, gemein­sam mit unse­ren Mit­ar­bei­tern, als Phoe­nix Con­tact E-Mobi­li­ty eine füh­ren­de Posi­ti­on im Elek­tro­mo­bi­li­täts­markt ein­neh­men.

Harmonische Doppelspitze

Team­work in der Dop­pel­spit­ze

UPDATE: Die Ver­ant­wor­tung für Pro­duk­ti­on und Ent­wick­lung ist also getrennt?

Döh­re: In der Theo­rie gibt es ver­schie­de­ne Model­le, wie die Abtei­lun­gen Pro­duk­ti­on und Ent­wick­lung zusam­men­ar­bei­ten soll­ten. Dar­über haben wir dis­ku­tiert, Model­le ver­gli­chen und abge­wo­gen, wel­ches für uns opti­mal ist. Wir sind in einer Auf­bau­pha­se, expan­die­ren auch Rich­tung Asi­en und Polen. Gera­de beim Auf­bau neu­er Stand­or­te soll­ten in ers­ter Linie Fer­ti­gung und Qua­li­tät zusam­men­ge­hö­ren, um Pro­zes­se kon­ti­nu­ier­lich zu ver­bes­sern.
Auf der ande­ren Sei­te sind Mar­ke­ting und Ver­trieb dann beim Kun­den stark, wenn die Ent­wick­lung sofort in der Lage ist, Anfor­de­run­gen auf­zu­neh­men und umzu­set­zen. Dies ist zwin­gend erfor­der­lich, denn die E-Mobi­li­tät befin­det sich in einer sehr stei­len Wachs­tums-, aber auch Lern­kur­ve. Inso­fern haben wir die­se Berei­che, wie beschrie­ben, kom­bi­niert und füh­len uns so bes­tens auf­ge­stellt. Und die Pra­xis zeigt: Es klappt sehr gut!

UPDATE: War­um wird der Indi­vi­du­al­ver­kehr bei der Elek­tro­mo­bi­li­tät so betont, der Last­ver­kehr aber immer etwas in den Hin­ter­grund gedrängt? Wie sehen Sie die Chan­cen auch im Nutz­fahr­zeug­be­reich?

Hei­ne­mann: Der Bereich Nutz­fahr­zeu­ge ist für uns, die E-Mobi­li­ty GmbH, enorm wich­tig. Eines unse­rer ers­ten Pro­duk­te über­haupt, ein Bat­te­rie­wech­sel-Steck­ver­bin­der, ermög­lich­te das auto­ma­ti­sier­te Wech­seln von Akkus in Bus­sen im chi­ne­si­schen Markt. Grund­sätz­lich wird es wohl dar­in lie­gen, dass das The­ma Last- und Nutz­ver­kehr ein­fach nicht wirk­lich sexy ist. Daher spielt es in den Medi­en eine eher unter­ge­ord­ne­te Rol­le. Der Indi­vi­du­al­ver­kehr dage­gen spricht jeden an und steht somit im media­len Fokus. Wir alle beschäf­ti­gen uns mit Fra­gen, wie: Wel­ches wird mein nächs­tes Auto? Wie trifft mich die Die­sel­kri­se? Wie begeg­ne ich Fahr­ver­bo­ten? All das setzt Emo­tio­nen frei und sichert Auf­merk­sam­keit.

Für uns als Unter­neh­men bedeu­tet der Indi­vi­du­al­ver­kehr, sprich der Pkw, bereits jetzt und künf­tig ver­stärkt vor allem hohe Stück­zah­len. Wenn nach dem gesell­schaft­li­chen Umden­ken in Sachen Mobi­li­tät Hand­lun­gen fol­gen, müs­sen wir für einen hohen Out­put unse­rer Fahr­zeug-Lade­do­sen gerüs­tet sein. Die wach­sen­den Stück­zah­len haben wir genau­es­tens im Blick und wer­den die damit ein­her­ge­hen­den Her­aus­for­de­run­gen lösen.

Döh­re: Aber auch der Nutz­fahr­zeug-Markt ist kräf­tig im Umbruch. Wir mer­ken dies zuneh­mend, denn unse­re Fahr­zeug-Lade­do­se, auch Inlet genannt, wird stark nach­ge­fragt. Das tol­le an unse­ren uni­ver­sell ein­setz­ba­ren Inlets ist, dass sie nach den gän­gi­gen Auto­mo­bil­stan­dards ent­wi­ckelt und pro­du­ziert wer­den. Sie bie­ten daher die Mög­lich­keit, Nutz­fahr­zeu­ge schnell umzu­rüs­ten. Dies eig­net sich her­vor­ra­gend für Klein­se­ri­en. In der Pra­xis gibt es mitt­ler­wei­le vie­le posi­ti­ve Bei­spie­le erfolg­rei­cher Umrüs­tun­gen mit unse­ren CCS-Lade­do­sen – für eine sehr bun­te Palet­te von Nutz­fahr­zeug­ty­pen.

Einstellung zur Mobilität

UPDATE: Wenn es nun um die Mobi­li­tät im Gan­zen geht – wie ver­än­dert sich die Ein­stel­lung der Gesell­schaft dazu?

Döh­re: Ich glau­be, dass uns hier ein gewis­ser Wan­del bevor­steht. Für vie­le Jugend­li­che – ins­be­son­de­re im städ­ti­schen Umfeld – ist es gar nicht mehr so wich­tig, mit 17 oder 18 einen Füh­rer­schein zu haben. Ande­re Din­ge, bei­spiels­wei­se Rei­sen, sind für Jugend­li­che in die­sem Alter viel inter­es­san­ter. Der Stel­len­wert und die Umset­zung von indi­vi­du­el­ler Mobi­li­tät ver­än­dern sich gera­de rasant.

Hei­ne­mann: Mir ist das Buch „Der letz­te Füh­rer­schein­neu­ling“ emp­foh­len wor­den. Der Autor ver­tritt die The­se, dass der letz­te Füh­rer­schein­neu­ling schon gebo­ren wor­den ist. Also wird es in spä­tes­tens 18 Jah­ren kei­nen Jugend­li­chen mehr geben, der mir einem fri­schen Füh­rer­schein das Stra­ßen­ver­kehrs­amt ver­lässt. Im Wesent­li­chen beschäf­tigt sich das Buch damit, was uns die Mobi­li­tät von mor­gen dank E-Mobi­li­tät, auto­no­mem Fah­ren und immer mehr Sharing-Diens­ten bringt. Das muss ich unbe­dingt lesen.

UPDATE: Ist die Ver­än­de­rung bei Ihnen per­sön­lich schon ange­kom­men? Wie ist die neue Füh­rungs­spit­ze von Phoe­nix Con­tact E-Mobi­li­ty denn sel­ber unter­wegs?

Hei­ne­mann: Bei eini­gen Kun­den­ter­mi­nen und Ver­an­stal­tun­gen in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit wur­de ich gefragt, wie mei­ne Anrei­se war. Die Fra­ge bezog sich aber nicht, wie frü­her, auf die Ver­kehrs­dich­te, son­dern dar­auf, dass man wis­sen woll­te, wie oft ich laden muss­te.
Wenn man in Sachen E-Mobi­li­tät unter­wegs ist, dann soll­te man auch auf sei­ne Fahr­zeug­wahl ach­ten. Ich fah­re einen teil­elek­tri­schen Hybrid-Dienst­wa­gen. Die Reich­wei­te war ein wesent­li­cher Fak­tor für die Wahl – Fahr­zeu­ge mit einer Reich­wei­te von 350 bis 400 Kilo­me­ter, ohne Nach­la­den, waren zum Anschaf­fungs­zeit­punkt noch rar gesät.
Da ich Autos mag, fah­re ich zuge­ge­be­ner­ma­ßen am Wochen­en­de auch ande­re Fahr­zeu­ge. Irgend­wann wird es für die Frei­zeit sicher­lich auch bezahl­ba­re elek­tri­sche Spaß-Alter­na­ti­ven geben.

Döh­re: Ich bin bei der Wahl mei­ner Fahr­zeu­ge eher ein Kopf­mensch. Funk­ti­on geht über Design. Da ich eini­ge Jah­re bei VW gear­bei­tet habe, bin ich Spalt­maß-geprägt. Als Fami­li­en­va­ter bewe­ge ich aktu­ell noch einen T6. Aber auch ich bin über­zeugt von der Elek­tro­mo­bi­li­tät und so wird der kom­men­de Dienst­wa­gen ein Elek­tro­mo­bil.
Auch wenn wir in Deutsch­land, im Ver­gleich mit den Nie­der­lan­den oder Skan­di­na­vi­en, noch etwas hin­ter­her hin­ken, stellt man fest, dass auch Deutsch­land lang­sam aber sicher Fahrt auf­nimmt in Sachen Elek­tro­mo­bi­li­tät. Und das ist gut!

UPDATE: Um die Fahrt zu beschleu­ni­gen, bedarf es zusätz­li­cher Inno­va­tio­nen und Fort­schrit­te. Wie lau­ten die nächs­ten tech­no­lo­gi­schen Schrit­te?

Döh­re: Im Vor­der­grund ste­hen die Reich­wei­ten der Fahr­zeu­ge und die Ver­füg­bar­keit der Lade­säu­len. Bei­des muss sich dahin­ge­hend stei­gern, dass die Tech­nik von der brei­ten Mas­se akzep­tiert wird und so der Durch­bruch in den Köp­fen und ein­her­ge­hend auf der Stra­ße gelingt. Mehr als zehn Minu­ten möch­te auch ich beim Tan­ken oder Laden nicht war­ten müs­sen. Wir haben mit unse­rer HPC-Tech­no­lo­gie einen wich­ti­gen Grund­stein für die All­tags­taug­lich­keit der Elek­tro­mo­bi­li­tät gelegt.

Reichweite kein Problem

UPDATE: Akzep­tanz der Elek­tro­mo­bi­li­tät ist ein gutes Stich­wort – wie muss sich unse­re Ein­stel­lung zur Mobi­li­tät grund­sätz­lich ent­wi­ckeln, damit so etwas wie eine Ver­kehrs­wen­de rea­lis­tisch wird?

Hei­ne­mann: Die jun­ge Genera­ti­on macht heu­te schon ande­re Erfah­run­gen in Sachen Mobi­li­tät – für die­se Genera­ti­on sind der Füh­rer­schein und ein eige­nes Auto schon gar nicht mehr so wich­tig. Car Sharing, Uber oder High­speed-Züge erset­zen den eige­nen Bewe­gungs­ko­kon. Wer dage­gen 30 und älter ist, für den ist das eige­ne Auto oft nach wie vor das liebs­te Kind. Man kann sich nicht vor­stel­len, ein Auto NICHT zu besit­zen. Mit die­sem Denk­mus­ter sind vor allem wir Deut­schen schon sehr spe­zi­ell. Aber ich bin mir sicher, dass sich die­ses Bild, nicht zuletzt durch unse­re jun­ge Genera­ti­on, total wan­deln wird.

87 Pro­zent aller Fahr­zeu­ge in Deutsch­land fah­ren weni­ger als 60 Kilo­me­ter am Tag. Reich­wei­te ist also eigent­lich gar nicht das Hin­der­nis für Elek­tro­mo­bi­li­tät. 250 bis 300 Kilo­me­ter Reich­wei­te sind völ­lig aus­rei­chend. Mehr brau­chen wir eigent­lich nicht. Aber solan­ge das liebs­te Kind das gan­ze Jahr gehät­schelt und gepflegt wird, muss es auch mit in den Urlaub. Dabei wäre es viel effek­ti­ver, sich für wei­te Distan­zen, die man nur sehr sel­ten fährt, einen Leih­wa­gen zu neh­men.

Döh­re: Ja, die­ses Umden­ken ist das eine. Zum ande­ren klappt die Ver­kehrs­wen­de aber auch nur dann, wenn die Kon­zep­te des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs noch ein­mal ange­passt und dras­tisch über­ar­bei­tet wer­den – ins­be­son­de­re in den länd­li­chen Regio­nen. Sich hier ohne Auto zu bewe­gen ist qua­si unmög­lich. Da müss­te man deut­lich inves­tie­ren und an Infra­struk­tur zule­gen.
Car­sha­ring ist ein wei­te­rer Bau­stein, der in Deutsch­land noch viel zu schwach aus­ge­baut ist – das ist etwa in Chi­na ganz anders und trägt wesent­lich zum Erfolg einer moder­nen Mobi­li­tät bei.

Hei­ne­mann: Wenn ich in die grö­ße­ren Städ­te Deutsch­lands fah­re, egal ob Ham­burg, Ber­lin oder Mün­chen, dann fah­re ich da mög­lichst nicht mit dem Auto rein. Nach Mün­chen oder Ber­lin fah­re ich mit der Bahn oder flie­ge dort­hin. Ab da geht es in den öffent­li­chen Nah­ver­kehr.
Von unse­rem Fir­men­sitz in Schie­der kom­me ich noch nicht ein­mal über den Berg in das fünf Kilo­me­ter ent­fern­te Blom­berg, zum Sitz unse­rer Mut­ter­ge­sell­schaft – da gibt es ein­fach kei­ne ver­nünf­ti­ge Nah­ver­kehrs­an­bin­dung. Also muss man auf das eige­ne Auto zurück­grei­fen. Mein Fazit: In Metro­po­len klappt die Ver­kehrs­wen­de schon jetzt, im länd­li­chen Raum lei­der noch nicht.

Mobilität wird gratis sein

UPDATE: Sind wir mutig genug, um neue, ein­fa­che Kon­zep­te für die Mobi­li­tät zu schaf­fen? Oder sind wir zu „old eco­no­my“ und ver­har­ren zu lan­ge in ein­ge­fah­re­nen Struk­tu­ren?

Hei­ne­mann: Fas­zi­nie­rend fin­de ich das Bei­spiel Tes­la. Die bau­en ein­fach ein Elek­tro­fahr­zeug. Und wenn es kei­ne Lade­säu­len gibt, dann bau­en die auch die Lade­säu­len dazu auf. Sogar noch fas­zi­nie­ren­der fin­de ich die Geschäfts­mo­del­le, die dahin­ter ste­cken.
In Deutsch­land sind wir noch sehr pro­dukt­ori­en­tiert. Die Ame­ri­ka­ner sind hier mit ihren ser­vice­ori­en­tier­ten Model­len deut­lich wei­ter.

Tes­la hat nicht nur Lade­säu­len auf­ge­baut, son­dern zusätz­lich gra­tis Strom bereit­ge­stellt, als es Pro­ble­me mit der Abrech­nung gab. Letzt­end­lich hat sich das für Tes­la total gelohnt. Tes­la hat am Ende kaum eine Kilo­watt­stun­de Strom sel­ber bezah­len müs­sen. Die Lade­säu­len wur­den kur­zer­hand ein­fach dort hin­ge­stellt, wo Restau­rants oder Geschäf­te ansäs­sig sind. Der Gra­tis­strom wur­de dann von den Inha­bern der Läden und Restau­rants getra­gen. Tes­la hat die Mobi­li­tät rea­li­siert, der loka­le Betrei­ber hat Waren oder Mahl­zei­ten ver­kauft und für sei­ne neu­en Kun­den den Strom über­nom­men. Eine Win-Win-Situa­ti­on – bes­ser geht es fast schon nicht mehr.

Noch deut­lich radi­ka­ler mit dem Mobi­li­täts­wan­del geht der CEO Dirk Ahl­born von Hyper­loop vor. Der Hyper­loop ist eine Hoch­ge­schwin­dig­keits­röh­re für den Trans­port von Per­so­nen und Gütern. In einem Inter­view, an dem ich teil­neh­men konn­te, ant­wor­te­te Dirk Ahl­born auf mei­ne Fra­ge, wel­che Visi­on er von Mobi­li­tät im Jah­re 2050 habe, dass die­se dann kos­ten­los sein wür­de. Die Nut­zung des Hyper­loops wäre in jedem Fall kos­ten­los. Die­se Aus­sa­ge hört sich zunächst ver­rückt an. Wie kann Mobi­li­tät für den Nut­zer kos­ten­frei sein?

Die Lösung ist ein­fach – das Ein­spie­len von Wer­bung, gekop­pelt mit sofor­ti­gen Online-Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten wäh­rend der Beför­de­rung, wird genau dafür sor­gen, dass der Trans­port an sich kos­ten­los ist. Dar­über hin­aus erwar­tet Ahl­born, dass selbst der Indi­vi­du­al­ver­kehr kos­ten­los sein wird. Im Jahr 2050 fah­ren Fahr­zeu­ge auto­nom, sodass kei­ner mehr am Lenk­rad sit­zen muss. Auch hier kann Wer­bung zur Finan­zie­rung der Mobi­li­tät ein­ge­setzt wer­den, denn der Mit­fah­rer wird emp­fäng­lich für Wer­bung sein.
Die Men­ta­li­tät spielt hier eine ent­schei­de Rol­le. Wäh­rend wir Deut­schen noch pro­dukt­ver­liebt argu­men­tie­ren, sind ande­re Natio­nen offen für wirk­lich dis­rup­ti­ve Ansät­ze – ganz neue Denk­wei­sen.

Döh­re: Tat­säch­lich fällt es auch mir schwer, sich das vor­zu­stel­len. Aber auch ande­re haben sich bereits geirrt, wie Ken Olsen, 1977, der sag­te, dass nie­mand einen PC zu Hau­se bräuch­te. Wir haben in den letz­ten Jah­ren so vie­le bahn­bre­chen­de und dis­rup­ti­ve Neue­run­gen erlebt, dass es eher schwie­rig wird, neue Denk­an­sät­ze abzu­leh­nen.

UPDATE: Vie­len Dank für das Gespräch.


Phoe­nix Con­tact E-Mobi­li­ty